Wahrscheinlich ist es jetzt kein grosses Geheimnis mehr: die Marit ist 30 geworden. Und obwohl das Alter nichts zu sagen hat schwebt die drei manchmal bedrohlich, dann auch wieder versöhnlich über dem Leben. Es gibt Zeiten in denen ich froh bin aus der Schule zu sein, dies und jenes überstanden zu haben und keine Teenie-Probleme mehr zu haben. Mit dreissig macht man unwillkürlich eine Art Zwischenbilanz des Lebens. Und ich denke bei mir wo das noch alles enden soll.

Aber nicht alles hört auf, manche Dinge tut man auch zum ersten Mal. Zum Beispiel auf die Autobahn machen. So geschehen letztens. Stau: unendlich. Plötzlich muss ich wie verrückt auf’s Klo. Kein Klo weit und breit, Leitplanke, Asphalt, Auto an Auto. Ich denke das ich’s noch aushalten kann, doch irgenwann muss auch das Zusammenkneifen weichen. Rechts ran, ich verstecke mich zwischen Vorder- und Hintertür (versuche es zumindest). Als ob es nicht schon entwürdigend genug ist und man sich Pfiffe und Bemerkungen anhören muss hält dann auch noch ein Auto direkt neben uns und fragt Mitch ob er nicht ein Stück Kuchen möchte. An sich nett, aber das Auto ist zu weit weg, also muss die Tür aufgemacht werden und der Blick wird freigegeben auf mich in besagter Pose. Die Begegnung gipfelt in der Aushändigung eines Traktats. Soviel zum richtigen Timing und individuellem Empfinden der Erlösung. Ich war jedenfalls erleichtert als ich endlich wieder ins Auto konnte.

Die Moral von der Geschichte: Trink keinen Kaffee vor einer Autofahrt, ab einem Punkt ist es sch****egal was andere denken, da geht es nur um’s Überleben und verteile keine Traktate auf der Autobahn…oder so ähnlich.