Lost in translation?
Februar 26, 2008
Wer den Film kennt kann sich vielleicht erinnern an die Madness, die auf einen einstürmt, totale Fremdheit…vor einigen Tagen konnten wir selbst erleben wie das ist, z.B. in Shinjuku. Dazu einige Gedanken von mir, ein paar Tage alt.
Shinjuku 16.02.08
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ich bin nur ein mensch zwischen den ebenen. über mir rattert ein zug unter mir rollen die autos. über dem zug restaurants, kaufhäuser, rolltreppen. auf der strasse leblose fassaden die nicht vermuten lassen das es leben gibt. das leben ist in ebenen und stockwerken zu finden. die fussgängerwege oft im untergrund. schilder geben nichtssagende auskunft über verschiedenste ausgänge. ich lasse mich treiben mit dem strom, wohin die mehrheit geht. meistens hat man mit dieser methode erfolg. warum steht vor fast jedem geschäft jemand mit flüstertüte? mir kommt der gedanke ob hier plakate überhaupt bemerkt werden würden…da hilft nur lärm. trotz all dem chaos und der grossen menschenmassen kommt mir das gedränge nicht aggressiv vor, ich habe nicht das bedürfnis mich zu schützen, ich habe keine angst beklaut zu werden. es ist einfach anders. ich glaube zu verstehen woher die sehnsucht nach der heilen welt, alpenlandschaften, schönen dingen kommt.
Lost in translation – Regel Nummer eins:
Nie ohne Wörterbuch aus dem Haus gehen, aber Achtung: die Wörter im Wörterbuch sind oft sehr alte Wörter, die man eigentlich nicht mehr benutzt und manchmal auch Wörter, die man als Gentleman/-woman nicht sagen sollte, fast schon unanständig sind (woher soll man das wissen, lieber Langenscheidt?!)
Lost in translation – Regel Nummer zwei:
Wenn man einen Laden betritt wird man begrüsst mit einem ‘Irashaimase!’ was soviel heisst wie ‘Herzlich willkommen, hereinspaziert’ oder so. Als Europäer ist man geneigt freundlich zurückzugrüssen, was aber nicht nötig ist. Eine angedeutete, würdevolle, kleine Verneigung, quasi ein hoheitsvolles zur Kenntniss nehmen reicht völlig aus, eigentlich kann man es auch sein lassen. Wenn man zur Kasse schreitet redet der Kassierer/-in sehr viel, wieviel Geld er/sie von uns entgegennimmt, wieviel Rückgeld man bekommt, der ‘reschiito’ (japenglisch von receit – Beleg) wird mit beiden Händen dem Gott Kunde überreicht (mit Verbeugung). Daraufhin kommt ein vielfaches Dankeschön und Auf Wiedersehen, beehren Sie uns bald wieder. Ganz Europäer bin ich abermals versucht mich auch zu bedanken und einen schönen Tag zu wünschen. Also ich: arigato gosaimashita (Verkäufer irritiert), woraufhin Ayu anfängt zu kichern/lachen. Aus dem Laden draussen erklärt mir Ayu das ich ein sehr höflicher Kunde sei. In Japan kann der Kunde einfach so abhauen, er ist ja Gott und braucht das nicht zu tun. A SO DESUKA!! (ach so ist das!) Trotzdem ist es eine sichere Methode für einen Gaijin wie mich höflich durch Japan zu kommen, eine Verbeugung und ein Dankeschön an der falschen Stelle schadet wohl nicht…
Du schreibst so schön, wusste gar nicht, dass Du das so gut kannst, irgendwie mit eigener Note und so ehrlich.
Ah, ja und natürlich höflich…;-)