Virtuell
Juni 18, 2007
Bin seit fast einer Woche virtuell unterwegs und habe mich dem myspace-hype auch noch gebeugt. Und ich stelle fest das es mir Spass macht und: ES IST MEIN HAUPTSÄCHLICHER KONTAKT ZUR AUSSENWELT!!!
Ziemlich erschreckend, wie ich finde. Ich hab mir das nie so vorstellen können vor einem oder zwei Jahren, da dachte ich mir bei den Erzählungen von anderen: Was haben die nur immer mit ihrem myspace, ICQ usw.? Die reale Welt ist doch vor der Haustür! Jetzt, da ich arbeitslos bin und der soziale Kontakt durch die Arbeit fehlt lechze ich nach Mails, neuen Kommetaren, Lebenzeichen von anderen. Und da wir hier, wo wir wohnen, keine oder kaum Gleichgesinnte haben ist die Kommunikation beschränkt auf Telefon, Briefe und Mails. Beste Anzeichen einer drohenden Internet-Sucht. Ich muss mir mal ein paar Präventionsmassnahmen überlegen. Dazu vielleicht später mal.
Jetzt noch eine Notiz von mir zu myspace – zeige auf deinem Account wer du bist. Das finde ich gut. Also setze ich mich hin, überlege was ich schreibe zu meinen Interessen, Musik…und da fängt es schon an schwierig zu werden. Wenn ich jetzt bei Musik schreibe, das ich z.B. Norah Jones mag, bin ich dann geoutet als Popper-Schmuse-Musik-Maus? Wenn ich dann auch noch Hardcore mag? Bin ich dann unglaubwürdig? Also fange ich an die Reihenfolge der Aufzählung zu ändern, das die anderen auch ja ein richtiges Bild von mir haben. Und wen um himmels Willen soll ich adden, welche Bands, damit ich mein Statement richtig setze und möglichst cool dastehe? Letztendlich ist es ziemlich schwer sich zu zeigen wie man ist, denn ich bin ja nicht nur ein eindimensionaler Mensch.
Das finde ich an der virtuellen Welt verwirrend, es sind Buchstaben und Bilder, da fehlt Geruch, Mimik, das Gespür für das Nichtgesagte.
Ich zum Beispiel rieche heute nur Räucherwurst, gestern gab es ein echtes, rauchiges Lagerfeuer.
scheen, sehr cool, I enjoy your posts
der, der bei dir in der wohnung wohnt.